Diesmal zeigen wir euch, wie man seinen Sitzschaum inklusive Sitzbezug erneuert. Das ist notwendig, wenn die Sitzbank nach langem Gebrauch oder infolge von Nässe zu weich geworden ist.

Eine Zange oder ein Seitenschneider, ein dünner Schlitzschraubenzieher sowie ein Tacker werden benötigt.
01. Als Erstes schraubt ihr die Sitzbank von eurem Motorrad ab und sucht euch am besten eine Werkbank oder einen Tisch, um darauf ordentlich arbeiten zu können. Dreht die Sitzbank um und löst die Tacker-Klammern, indem ihr sie mit einem kleinen Schlitzschraubenzieher hochhebelt. Die hochstehenden Klammerenden sind dann leicht mit einer Zange zu entfernen.
02. Nun entfernt ihr den alten Sitzbankbezug und den Sitzschaum von der Kunststoffunterlage. Ein zu weicher Sitzschaum entsteht meistens durch Nässe, zum Beispiel durch falsche Pflege. Wenn die Sitzbank lange ihren Normalzustand behalten soll, entfernt die Sitzbank immer, bevor es an den Hochdruckreiniger geht, und wascht sie von Hand.
03. Führt eine Sichtkontrolle an der Kunststoffunterlage durch. Achtet insbesondere auf die in der Regel genieteten Halterungen am Ende. Sind die Nieten locker oder schadhaft, müsst ihr die Halterungen neu befestigen. Stellt ihr Risse oder andere grobe Schäden im Kunststoff fest, solltet ihr auch diesen erneuern.
04. Als Nächstes bringt ihr den neuen Sitzbankschaum an. In der Regel besitzt er an den Kanten leichte Wölbungen, die sich genau passend über das Kunststoffteil legen, so dass man nichts falsch machen kann.
05. Jetzt folgt der schwierigste Teil, nämlich das Spannen des Sitzbankbezugs. Die meisten Bezüge haben vorne eine Lasche, die man über den Schaum stülpen kann. Deshalb ist dies auch der Startpunkt. Zieht den Bezug darüber und achtet darauf, dass der Sitzschaum dabei nicht nach hinten rutscht.
06. Wenn der Bezug vorne richtig sitzt, zieht ihr ihn am hinteren Teil schön straff. Achtet darauf, dass er mittig ausgerichtet ist und nicht schief verläuft!
07. Dreht nun die Sitzbank mit straff gezogenem Bezug um und fixiert das Ende mit einer oder mehreren Tacker-Klammern. Wichtig ist erneut, dass der Bezug dabei mittig verläuft und vor allem nicht gelockert wird. Hierzu sind manchmal mehrere Versuche nötig, weil der Bezug einem doch hin und wieder aus den Fingern gleitet. Optimal ist ein Elektro-Tacker, es geht aber auch mit einem normalen Handtacker.
08. Nachdem der Bezug vorne durch die Lasche nicht mehr verrutschen kann und hinten durch die Tacker-Klammern gesichert ist, fixiert ihr nun die Seiten. Hierfür müsst ihr den Bezug ebenfalls wieder ordentlich straff ziehen, aber gleichzeitig darauf achten, dass ihr ihn nicht zu weit auf die eine oder andere Seite zieht, schließlich soll das Ganze am Ende symmetrisch aussehen.
09. Das Gröbste ist geschafft. Jetzt müsst ihr den Bezug nur noch ringsherum festtackern. Dabei müsst ihr ihn zwar immer wieder ein wenig straffen, aber da die wichtigsten Punkte bereits fixiert sind, ist das nicht mehr schwer. Überstehender Bezug ist anschließend mit einem Messer abzuschneiden.
10. Fertig ist die Sitzbank! Unseren Sitzschaum und den Bezug erhielten wir von Blackbird, einem Hersteller, der viele GP-Teams ausstattet und für hohe Qualität und gutes Design bekannt ist. Schöner Nebeneffekt bei unserer Variante ist der echte Honda-Werks-Look.
Text: Andy Boller Fotos: Busty Wolter
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